| Griechische Mythologie - Schauplätze | ||
Der Hauptort der griechischen Landschaft Argolis (auch Argivien) auf dem nördlichen Peloponnes, Griechenland, im Süden der gleichnamigen Landschaft Argos. Siedlungsspuren weisen wenigstens in das 3. Jahrtausend zurück.
Der Name Argos ist sehr alt, schon während der bronzezeitlichen Siedlung hieß der Ort so, Argeioi taucht gelegentlich auch als Name für Griechen insgesamt auf.
Gründer und Namensgeber von Argos soll der Heros Argos gewesen sein, ein Sohn des Zeus und der Niobe.
In früherer Zeit soll Argos von den benachbarten Städten Mykene und Tiryns abhängig gewesen sein, doch nennt HOMER Argos als einen mächtigen Ort von einiger Bedeutung, dessen König Diomedes war, einer der gewaltigsten Helden vor Troja (z. B. Ilias, 2.563), auch der sonst als König von Mykene bekannte Agamemnon soll hier König gewesen sein.
Als Ende des 2. Jt. die Dorier den Peloponnes und unter Temenos auch Argos eroberten, begann der Aufstieg der Stadt, die fortan den östlichen Peloponnes beherrschte, der davon Argolis genannt wurde.
Unter König Pheidon hielt Argos noch im 7. Jh. v. seine Vormachtstellung inne, die sich auch über die Olympischen Spiele erstreckte.
Höchste Verehrung fand bei den Argivern die Hera, die hier auch geboren sein soll (STRABO, l. IX, 413, zit. n. HEDERICH, Sp. 1392). Das Heräum, der Tempel der Hera, lag zehn Kilometer nordöstlich der Stadt. Sie war als Hera Argeia Stadtgöttin von Argos. Ihr hatte einst der Inachos die Landschaft Argolien zugesprochen, die auch Poseidon gern gehabt hätte. Die Antwort dieses Herrn über die Gewässer war eine Dürre, bei der rings um Argos alle Brunnen versiegten.
Neben der Hera hatten auch Athene und Apollo in Argos ihre Heiligtümer.
Danaos hatte mit Hilfe des Apollo die Herrschaft von König Gelanor übernommen und dem Gott zum Dank einen Tempel errichtet, in welchem er ihn als Apollon Lykios verehrte, weil ein von Apollon gesandter Wolf dem Danaos zur Herrschaft verholfen hatte (PAUSANIAS Corinth. c. 19. p. 118, zit. n. HEDERICH, Sp. 869). Die Königswürde soll Danaos von J. d. W. 3239 bis 3289 innegehabt haben (PETAVIUS Rat. Temp. II., lib 2. c. 5., zit. n. ebd.).
Später hatte Argos unter der Blüte Spartas zu leiden, dessen König Kleomenes I. den Argiviern 494 eine Niederlage beibrachte. Dennoch hielt sich Argos, eroberte 470-468 Mykene und Tiryns und führte wie andere Städte Griechenlands die Demokratie ein, doch mußte es sich 418, als es an Seite der Athener kämpfte, wiederum den Spartanern ergeben.
Mit jenen kam es 395 zum erneuten Waffengang, ehe sich Argos dem Makedfonenkönig Phillip II. anschloß und später (229 v.) Mitglied des achäischen Bundes wurde.
Im Jahre 146 vor kam Argos unter Herrschaft der Römer.
Im dritten Jahrhundert kam es in der Stadt zu Zerstörungen, als die Goten 267 und 395 n. Chr. in Griechenland eindrangen, doch blieb Argos als Siedlungsort bestehen.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde das antike Argos von amerikanischen Archäologen ausgegraben.
Zwei berühmte argivische Bildhauer sind Ageladas und Polyklet.
Quellen: historischer Abriß nach YONAH u. SHATZMAN, 69, mythologisches Gerüst nach HEDERICH, Grdl. myth. Lex., sonst wie angegeben.
Ein Argive namens Mysios bewirtete die Göttin Demeter und errichtete ihr in Argolien einen Tempel, wonach die Göttin den Beinamen Mysia trägt (PAUSANIAS Corinth. c. 18. p. 116, zit. n. HEDERICH, Sp. 1684).
In Lerna in Argolien befand sich der Wohnort der lernäischen Schlange (Hydra), gegen die Herakles kämpfte.
In der Quelle Kanathos nahe Argos soll alljährlich die Göttin Hera gebadet und so immer wieder aufs neue ihre Jungfräulichkeit erlangt haben. (PAUSANIAS, Argolis, 38,2)
Nach argivischer Sitte wurde nach einem Sterbefall dreißige Tag dem Chtonius geopfert. Der war der Hermes, der die Seele in die Unterwelt geleitet.
Siehe auch den Ort Hermione.
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