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 Deutsche Sagen - Uckermark
 
 

Prenzlau

(PLZ 17291) Eine Stadt in der Uckermark, am Ausfluß der Uecker aus dem Uckersee. Prenzlau ist Kreisstadt, hatte 1990 etwa 23700 Einwohner und gehört heute zum Bundesland Brandenburg. Ortsteile der Stadt Prenzlau sind Blindow, Dauer, Dedelow (Ellingen, Steinfurth), Güstow (Mühlhof), Klinkow (Basedow), Schönwerder und Seelübbe, bewohnte Gemeindeteile sind Alexanderhof, Augustenfelde, Bündigershof, Dreyershof, Ewaldshof, Magnushof, Stegemannshof und Wollenthin.

Die ältesten Zeugnisse der Besiedlung der Gegend um Prenzlau stammen aus der jüngeren Steinzeit. Geschichtlich besser faßbar sind slawische Siedlungen, die im 7. Jahrhundert gegründet wurden und bis zum 10. Jahrhundert zum Ausgangspunkt einer zentralen Burgsiedlung wurden.
Die deutsche Ostkolonisation führte zu Neugründungen durch niederdeutsche Siedler, die sich um Jakobi-Kirche und Alte Nikolaikirche niederließen.
Aus dem Jahre 1187 stammt die erste urkundliche Erwähnung Prenzlaus, 1234 erhielt es durch den Pommernherzog Barnim I. das Stadtrecht verliehen. 1250 ging Prenzlau nebst einem weiteren beträchtlichen Teil der Uckermark von den Pommerschen Herzögen an die Grafen von Brandenburg über. In dieser Zeit wurde Prenzlau zu einem bedeutenden Ort, die Marienkirche stammt aus dieser Zeit, trotzdem um seinen Besitz mehrfach gestritten wurde. 1426 hatten die Brandenburger endgültig die Herrschaft über Prenzlau inne, das 1465 Hauptstadt der Uckermark genannt wurde.

Zur Katastrophe wurde auch in der Uckermark der dreißigjährige Krieg, der das Land verwüstet und entvölkert hinterließ. Den neuerlichen Aufschwung brachten Hugenotten, die wegen ihres Glaubens aus Frankreich fliehen mußten und vom Preußenkönig dort angesiedelt wurden.
Ende des 17. Jahrhundert wurde Prenzlau Garnisonsstadt.
Der siebenjährige Krieg hemmte den weiteren Aufschwung, noch schwerer zu leiden hatte die Stadt unter Napoleon, dessen Truppen von 1806 bis 1812 die Stadt besetzt hielten und deren Kosten schwer auf den Einwohnern lasteten.

Die bürgerlichen Reformen von 1815 brachten Prenzlau die Selbstverwaltung, 1817 wurde es Hauptort des Verwaltungsbezirkes Uckermark. 1863 erhielt Prenzlau Anschluß an das Eisenbahnnetz.

Im zweiten Weltkrieg wurde Prenzlau zu 85% zerstört.

Alte Gebäude sind neben den Kirchen die Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung und das heute ein Museum beherbergende Dominikanerkloster, bekannt ist der Prenzlauer Stadtpark mit seinen Pfauen und dem Hexenturm aus dem 15. Jahrhundert.

Wappen von Prenzlau
 
Das Wappen der Stadt Prenzlau ist von Silber und Rot geteilt, oben ein gold-bewehrter roter Adler mit einem über den Kopf gestülpten goldenen Spangenhelm, darauf ein roter Flug, unten ein auf blauen Wellen schwimmender silberner Schwan (Beschreibung gemäß § 2 (1) der Hauptsatzung der Stadt Prenzlau).
Es erinnert an die Schwanenjagd, welche der preußische König Friedrich I. am 11. August 1704 auf dem Uckersee veranstaltet hatte.

(Quelle zu Geschichte und Wappen: amtliche und touristische Informationen der Stadt Prenzlau)

 

Der Sage nach ist die Marienkirche die älteste Kirche im Lande. Die war den einst dort lebenden Hünen ein Ärgernis und sie bewarfen den Bau mit jenen Felsbrocken, die vielfach in der Gegend umherliegen und die häufig Eindrücke aufweisen, welche von den Händen der Riesen stammen sollen. Von Prenzlau aus wiederum wollte ein Hüne den Turm von Boizenburg einwerfen. Er warf aber nicht weit genug und sein Geschoß liegt nun zwischen Wichmansdorf und Kröchlendorf. Von Prenzlau aus sollen auch die Steine auf der Haßlebenschen und der Sternhagenschen Feldmark geworfen sein. Auf einem dieser Steine, dem nach Gerswalde zu, soll ein Hüne gesessen haben, der Schneider gewesen war. Man erkennt dieses noch ganz deutlich an dem Gefäß im Stein und an den Löchern umher, in welchen er Schere, Nadel, Fingerhut und Zwirnknäuel verwahrte. (n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 59)

In der Kirche von Prenzlau soll ehedem die Rippe eines Riesen ausgetellt gewesen sein. (KUHN u. SCHWARTZ, S. A. 80) Ähnliche Knochen zeigte man auch in Berlin. (ebd., S. 80)

Einem armen Tagelöhnerpaar aus Prenzlau kam einmal Rettung seitens hilfreicher Zwerge.
Die Frau war in den Wochen und ihr Mann wußte nicht, wovon zur Taufe das Kindelbier zu bezahlen sei. Traurig ging er von Verwandten zu Bekannten und erntete nur Absagen. Unterdessen näherte sich daheim ein kleines Männlein dem Wochenbett und fragte die Frau nach der Ursache ihrer Niedergeschlagenheit. Diese vertraute dem Männlein wegen seiner Zutraulichkeit und klagte ihm ihr Leid. Da lud der Zwerg sie ein, mit ihm den Gang hinabzusteigen, woher er gekommen war. So tat die Frau und sie schritten durch einen langen Gang und gelangten zum Erstaunen der Frau in die neustädtische Kirche, wo Geld im Überfluß herumlag. Der Zwerg bedeutete der Frau, sich eine Wanne voll von dem zu nehmen, was die auch tat und reich beschenkt heimkehrte. Da kam gerade ihr Mann heim und wollte ihr sein Mißgeschick berichten, doch seine Frau tröstete ihm, erzählte von ihrem Glück und beide waren reiche Leute bis ans Ende ihrer Tage. (n. KUHN u. SCHWARTZ, S. 56)