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| Germanische Mythologie | |
(nord. Träufler, der Triefende) In der nordischen Mythologie Odins Ring, von dem alle neun Tage acht weitere Ringe träufeln (Edda, Skaldskaparmal, 61).
Der Zwerg Sindri war Schmied dieses Kleinods, Brock bediente bei diesem Werk den Blasebalg. Dabei stach ihn eine Fliege, doch wurde das Werk dennoch vollendet und Brock überbrachte den Ring dem Odin (Skaldsk., 61).
Nachdem Hödur unglücklich den tödlichen Mistelzweig auf Balder geschossen hatte, warf Odin den Ring trauernd auf dessen Scheiterhaufen, das brennende Schiff Hringhorn. Als Hermodhr sich auf den Weg ins Totenreich der Hel begeben hatte, bekam er ihn aber wieder (Gylfaginning, 49). So symbolisierte die Rückkehr des Rings die Hoffnung auf Wiederkehr der Fruchtbarkeit nach der eisigen Öde von Fimbulvetr und Ragnarök (n. COTTERELL, 236).
Einen ähnlichen Ring trägt auch der Zwerg Andwari. Als der dem Loki um Preis des Lebens seinen gesamten Goldschatz hingeben muß, hätte er aus diesem Ring neuen Reichtum wachsen lassen können. Loki aber nötigt ihm auch diesen Schmuck ab, weshalb Andwari diesen Schatz, der später als Nibelungenhort berühmt wurde, mit einem Fluch belegte.
Wie aus dem Draupnir weitere Ringe triefen, so entstanden auch andere Wesen und Dinge durch Heraustropfen. In den eddischen Mythen sind es der Urriese Ymir und die Urkuh Audhumbla, die aus dem Frost heraustriefen. In der Steiermark weiß eine Volkssage von einer Riesenrippe, von der alljährllich ein Tropfen abfällt. Sogar Eva trieft gleichsam aus Adams Rippe. (GRIMM, 465f.)
Draupnir gemahnt auch an den Brutpfennig oder Hecketaler jüngerer Zeit. (GRIMM, 726)
Draupnir ist auch der Name eines der Dvergr (Zwerge) aus Dwalins Zunft (Völuspa, 14-15, n. SIMROCK).