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 Tierwelt - Insekten
 
 

Ölkäfer

Meloidae, Ölkäfer, Pflasterkäfer

Eine über die Erde verbreitete Familie der Käfer, deren auffallendes Kennzeichen die den Hinterleib nur knapp bedeckenden Flügeldecken sind. Die schwarzen Insekten scheiden bei Angriffen durch Freßfeinde eine ölige Substanz aus ihren Beingelenken ab, die Angreifer abschreckt.

Die bekannteste in Deutschland vorkommende Art ist der Gemeine Ölkäfer oder Maiwurm, Meloe proscarabaeus. Eine andere bekannte Art ist die Spanische Fliege, Lytta vesicatorica.

Spanische Fliege
Spanische Fliege. Aufn. O. ZOMPRO

 
 
Die Ölkäfer enthalten eine Cantharidin genannte Substanz, die auf Haut und Schleimhaut entzündlich wirkt, wobei auch Todesfälle zu befürchten sind. Man verwendete diese Tiere im alten Griechenland (wahrscheinl. Mylabris cichorii u. Mylabris variegata) zur Bereitung von Gifttränken; der antike Arzt HIPPOKRATES verwendete Mylabris trimaculata nebst weiteren Zutaten zur Reinigung von Wunden. Da Cantharidin auch die Geschlechtsorgane reizt, wird die Spanische Fliege auch als Bestandteil von Liebestränken (Aphrodisiaka) verwendet — die Anwendung kann durch Schädigung der Nieren und des Zentralnervensystems zum Tode führen (SCHIMITSCHEK, 11), weshalb vom Gebrauch abzuraten ist.

Aus dem Ölkäfer oder Maiwurm (Meloe proscarabaeus) wird auch ein volkstümliches Mittel gegen die Tollwut gewonnen, besonders das aus dem bei Berührung des Tieres aus dessen Beingelenken hervorquellende ölartige „Schreckbluten”, woraus man den potia antilyssa genannten Trank gegen die Hundswut bereitete. „Ein schlesischer Bauer soll das Geheimnis der Bereitung dieses Mittels gegen die Tollwut für eine beträchtliche Summe feilgeboten haben. Friedrich der Große kaufte es und gab es öffentlich bekannt.” (ebd.)